Über unseren Stamm


Pfadfinderarbeit in Hochneukirch vor 1974

   In Hochneukirch gab es schon zwischen 1947 und 1962 einen Pfadfinderstamm. Damals begann die Pfadfinderei als Siedlung mit ca. 10 Wölflingen und 10 Jungpfadfindern.
   Die ersten Jahre waren vom Krieg geprägt. So halfen die Pfadfinder unter anderem dem Pfarrer der Gemeinde Hürtgen beim Wiederaufbau seiner Kirche, die im Krieg zerstört worden war.
   Die Sommerlager führten meist in die Eifel, die mit dem Fahrrad gut zu erreichen war. Da Lebensmittelkarten für die Zeltlager nicht ausreichend waren, wurden in Eifeldörfern Kleiderstoffe gegen Lebensmittel eingetauscht. Später wurden auch entferntere Ziele angefahren wie Holland und Belgien. Lagerordnung und Disziplin waren hier sehr wichtig, um einen starken Trupp und ein gutes Team auszubilden.
   1949 nahm der Stamm an einem Landeslager in Euskirchen mit ca. 3000 Pfadfindern teil.
   Die Mitglieder der Jungpfadfinderstufe waren mehrere Jahre erfolgreich bei durchgeführten Gaustafetten.
   Anno 1956 stieg das Interesse am Brauchtum der Ritter und so legte eine unserer Stufen das Ritterversprechen ab. Folglich wurde der Truppraum im Dachgeschoss des alten Hochneukircher Rathauses zu einer Ritterklause umgestaltet.
   1958 kam es daraufhin im Sommerlager zu Meinungsverschiedenheiten, da das Kochen auf dem offenen Feuer in den letzten beiden Jahren dem Propangaskocher gewichen war. Für viele ging damit ein wichtiges pfadfinderisches Element verloren.
   Das Fehlen eines Stammesleiters setzte 4 Jahre später der Pfadfinderarbeit in Hochneukirch ein vorläufiges Ende...


Von der Neugründung 1974 bis zum Jubiläum 1994  -  20 aktive Jahre

   Am 10. Oktober 1974, also vor ca. 30 Jahren, wurde der Pfadfinderstamm Hochneukirch von Pfarrer Wolfgang Esser wiedergegründet. Der Zulauf war auf anhieb so groß, dass die Kinder in 3 Meuten eingeteilt werden mussten.
   Die erste gemeinsame Aktion des Stammes war das Sternsingen mit den Messdienern im Januar 1975  -  und auch in den folgenden Jahren fehlte der Stamm dabei nicht. Im selben Jahr noch wurde das erste Lager veranstaltet: Die Junpfadfinder fuhren nach Westernohe und die Wölflinge nach Kronberg auf Bezirkslager.
   Die Anerkennung des bis hierhin offiziell als ''Siedlung'' bezeichneten Stammes erfolgte etwa ein Jahr später, am 28. November 1976. Zu diesem Anlass veranstalteten die Pfadfinder einen eigenen Weihnachtsmarkt, der zahlreich besucht wurde.
   Zwei Jahre später konnte auf Grund neuer Leiterzugänge auch eine Mädchengruppe der Wölflinge eingerichtet werden.
   Die ersten Lager, die in's Ausland führten, fanden vor allem in England, aber auch in Jugoslawien statt. Dabei befreundete sich unser Stamm mit englischen Pfadfindern, die sie in den folgenden Jahren noch häufiger besuchten.
   In den Jahren 1982 und 83 gibt es zahlreiche Wechsel in der Stammesleitung: Erwin und Wiltrud Bremer sind fortan unsere Vorsitzenden.
   1984 veranstaltete der Stamm Hochneukirch im Rahmen der Aktion ''Flinke Hände flinke Füße  -  Saatgut für Bolivien'' einen Wohltätigkeitslauf. Mit dabei waren, neben vielen Bürgern der Gemeinde Jüchen, auch 35 unserer Mitglieder sowie unser Kurat Wolfgang Esser. Nach stundenlangem Lauf durch teilweise strömenden Regen stand das Ergebnis der Wohltätigkeitsaktion fest: 3800,- DM konnten durch die Stammesleitung für diesen Zweck überwiesen werden.
   Ende des Jahres wurden nach langer Zeit unsere beiden verdienten Leiterinnen Hannelore Röckinghausen und Elisabeth Wienströer verabschiedet. Sie hatten nach der Wiedergründung unseres Stammes vor mehr als 30 Jahren mit großem Eifer damit begonnen, die wachsende Wölflingsmeute mit kontinuierlicher Arbeit aufzubauen. Auch wenn die Arbeit oft mit Problem übersäht war, hielten sie durch und machten uns Mut, nicht aufzugeben.
   Drei Jahre darauf mussten wir aus unserem Truppraum im ehemaligen Rathaus ausziehen, und so gestalteten wir unser neues Heim im Thomas-Morus-Haus so wie wir es heute noch kennen.
   Das von den Otzenrather Pfadfindern veranstaltete ''Otzencamp'' wurde zu einem traditionellen Lager für unseren Stamm  -  das 1989 mit dem Motto ''Wilder Westen'' vielen in besonderer Erinnerung geblieben ist.
   Ebenfalls in diesem Jahr (zur Aktion ''Flinke Hände flinke Füße  -  Avanti Hadicappti''): der legendäre 48 Stunden-Tischtennis-Marathon mit Einlagen von Spitzenspielern in der Sporthalle an der Gartenstraße in Hochneukirch. Der Erlös wurde in diesem Jahr zum Bau einer Kindertagesstätte für behinderte Kinder und Jugendliche in Neapel gestiftet.
   1990 entwickelte der Stamm seinen eigenen rot-farbenen Stammesaufnäher, der bis heute die Kluft unserer Mitglieder ziert.
   Ein großer Erfolg war das Lichtermeer 1993, zu dessen Anlass wir Pfadfinder 300 Mitbürger zu einer Demonstration ''für den Frieden und Menschlichkeit'' auf dem Adenauerplatz in Hochneukirch versammeln konnten.
   Die Leiterwerbung im gleichen Jahr blieb jedoch erfolglos.
   Im Jahr darauf folgte ''Tu' was'', zu der wir an der (mittlerweile ehemaligen) Post eine Plakatwand bemalten. Diese Aktion, zu der auch schon das Lichtermeer gehörte, sollte zum Nachdenken anregen  -  Nachdenken über das Zusammenleben von Deutschen und Ausländern.
   1994 feierte der Stamm Hochneukirch sein 20-jähriges Jubiläum mit einer Fahrradrallye und anschließendem Grillabend in gemütlichem Rahmen.
   Die letzten Jahre, die als ''Blüte'' unseres Stammes bezeichnet werden können, wurden im Jahr `95 von einem großen Sommerlager gekrönt: Von unserem Stamm, der zu der Zeit rund 75 Mitglieder zählte, fuhren ca. 25 Kids und 6 Leiterinnen und Leiter mit nach Friedrichroda in Thüringen. Bei uns auch wieder unser Kurat Wolfgang Esser. Der Pfadfinderzeltplatz mit dem Namen ''Kühles Tal'' machte nur nachts seinem Namen alle Ehre; tagsüber war es sonnig warm. Neben ausgiebigen Lagerbauten, dem Besuch des Naturkundemuseums in Gotha mit anschließendem Picknick im Stadtpark sowie einem Tagesausflug zu einem Bergwergmuseum hatten wir viel Spaß bei unserer Modenschau und unserer Lagerhochzeit zweier Juffis. Die Rover-Hike führte über die Wartburg in Eisenach und die Gruft von Goethe und Schiller zur Gedenkstätte des ehemaligen KZ Buchenwald  -  eine sehr eindrucksvolle Hike.
   Ende des Jahres traf sich die Leiterrunde in illustrer Runde zur gemeinsamen Weinprobe in Enkirch an der Mosel.


Der Stamm in Leitersorgen  -  traurige Zeiten von 1995 bis 2000

   Nachdem in letzter Zeit mehrere Leiterinnen und Leiter aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen mit der Pfadfinderarbeit aufgehört haben, starteten wir 1996 wegen massivem Leitermangel eine große Leiterwerbungsaktion. Zu diesem ''Event'' im November `96 luden wir zwei professionelle Sprayer ein, die uns helfen sollten, unser Werbeplakat möglichst ansprechend zu gestalten. Einige Kinder und Eltern versammelten sich um unser Zelt auf der Poststraße, in dem es neben Informationen auch einen wärmenden Glühwein gab. Das Plakat hing entgegen unseren Erwartungen (2 Wochen) fast den ganzen Winter durch und wurde erst um die Jahreswende herum überklebt. Da diese Maßnahme aber leider nicht zum gewünschten Erfolg führte, wurden 1997 in der Leiterrunde erste überlegungen angestellt, eine Kooperation mit den Pfadfindern aus Otzenrath einzugehen.
   Neben einem kleinen Sommerlager in Monschau-Hargard unter dem Thema ''Indianer'' wurde das angedachte Eltern-Kind-Lager noch im gleichen Jahr durchgeführt, welches auf Grund guter Resonanz der Eltern auch im folgenden Jahr wieder angeboten wurde. Der Aufbau der Zelte gelang unter kräftiger Mithilfe der anwesenden Eltern. Doch so richtige Lagerstimmung mochte während des ganzen Wochenendes nicht aufkommen  -  trotz Lagerfeuer und Gitarrenstimmung... (Und der Regen tat sein übriges dazu...)
   Nach einem ziemlich chaotischen Stammeslager musste nun das erste Herbstlager wegen Leitermangel abgesagt werden. Das Engagement in der Pfarre blieb aber weiter bestehen, und so verteilte die 30 Kinder starke Wölflingsmeute in diesem Jahr bunte Ostereier nach der Messe.
   Eine schockierende Nachricht für alle Stammesmitglieder war der plötzliche Tod von Annelieses Mann Dieter am 09. Oktober 1998, der uns viele Jahre treu unterstützt und immer ein helfendes Händchen hatte.
   Ab dem Jahre 1999 nahmen die Aktionen des Stammes massiv ab: Das 25-jährige Jubiläum konnte ebenso wie das traditionelle Lager an Fronleichnam und der Stufenwechsel mangels LeiterInnen nicht durchgeführt werden.
   Jungpfadfinder- und Pfadfinder-Trupp waren fortan die einzigen aktiven Stufen bei uns im Stamm. Im Oktober fand dann die erste Juffi-Pfadi-Hike nach Bad Münstereifel statt. Die zwei Leiter Conni Schewe und Thomas Fritsche begleiteten insgesamt 2 Mädchen und 5 Jungen. Vom Bahnhof in Bad Münstereifel ging es dann mit Sack und Pack los, zu der im Vorfeld schon auserkorenen Wanderhütte im Wald. Einem Mitglied dieser Runde war der Umweg, den wir liefen, und die Erschöpfung nicht genug  -  er war stolz, dass er seine 8 (!) Taschenmesser und seinen Discman samt CD-Sammlung mitgenommen hatte...! Endlich am Ziel angekommen, bot sich ein sehr schöner Blick auf das im Wald stehende Radioteleskop Effelsberg (Zitat: ''die größte Salatschüssel der Welt''). Während die Mädchen im Schutz der Hütte schliefen, zogen es die Jungs vor, am Lagerfeuer zu pennen.
   Am großen Diözesanlager im Jahr 2000 nahmen lediglich unsere immer noch aktiven Pfadi-Mädels teil.
   Im Oktober standen wir dann kurz vor der Auflösung. Die Gedanken an eine Fusion mit dem Pfadfinderstamm Otzenrath wurden konkreter. Ein erstes Treffen zeigte jedoch unterschiedliche Vorstellungen und so war Thomas Fritsche ab Oktober 2000 für das kommende Jahr der einzige aktive Leiter eines Juffi-Trupps im Stamm Hochneukirch...
   Die ''Grundsteinlegung'' für die in mittlerweile jeder Stufe kopierte Idee, sich eine Taucherbrille mit an's Lagerfeuer zu nehmen, erfolgte bei der (zweiten) Juffi-Hike 2001.
   Im August 2001 zeigte sich überraschend ein neuer Interessent an der Pfadfinderarbeit im Stamm Hochneukirch...


Der Aufschwung des Stammes

   Ende 2001 kam der Wendepunkt: Anneliese Düchting und Heidrun Schütte konnten wir als ehemalige Leiterinnen ''reaktivieren'' und mit Thorsten Gornik wurde ein neuer Leiter hinzugewonnen.
   So wurde am 31. Oktober 2001  -  auf Halloween  -  mit anfänglich sechs Kindern eine neue Wölflingsmeute ins Leben gerufen.
   Danach ging es steil bergauf, was nicht zuletzt am abwechslungsreichen und gut durchstrukturierten Programm lag  -  frei nach dem Motto der Wölflinge: ''Hinter die Dinge schauen''.
   Über Pfingsten 2002 wurde das erste Lager mit der neuen Meute in Monschau-Hargard in der Eifel veranstaltet. Insgesamt nahmen 14 Kinder und drei LeiterInnen teil.
   Wohl jedem Kind wird unser Wanderführer ''HaJü'' in Erinnerung bleiben, einem sehr aufgeschlossenem älteren Herrn, der uns durch die wunderbare Landschaft des Hohen Venn führte und der uns mit allerlei interessanten Geschichten über Land und Leute ein anschauliches Bild der Gegend und Respekt gegenüber der Natur vermittelte. Stets dabei: unser Kurat Wolfgang Esser, der auch die Nachtwanderung (wieder) mutig anführte.
   Die Sommerferien waren kaum vorbei, da schockten uns und viele andere Menschen  -  nicht nur in Deutschland  -  die Bilder über die Flutkatastrophe in Ostdeutschland und den Nachbarländern. Die Leiterrunde war sich schnell einig: Hier muss geholfen werden!
   Innerhalb von zwei Nachmittagen stand unsere Fluthilfe in Form eines Spendenkonvois fest... (ein ausführlicherer Bericht im nächsten Kapitel)
   Im November stand im Stamm Hochneukirch das Herbstwochenende mit der Versprechensfeier im Baden-Powell-Haus in Mönchengladbach-Giesenkirchen auf dem Programm: Hier setzten sich LeiterInnen und Kids schwerpunktmäßig und altersgerecht mit der Frage auseinander, was ihre Beweggründe für die jeweilige Altersstufe sind. Der Höhepunkt, auf den sich auch schon jeder im Vorfeld riesig gefreut hatte, war sein Versprechen, welches wir im Fackelschein (und Regen) mit unserem Kuraten Wolfgang Esser am Pfadfindergrab in Liedberg abhielten. Mit dem Ablegen des Versprechens  -  und der Verleihung des Wolfskopfes bei den Wölflingen  -  wurden die Teilnehmer offiziell in den Stamm Hochneukirch und damit in den Weltbund der Pfadfinder aufgenommen.
   Das Jahr 2003 war geprägt von vielen Aktionen und dem großen Zulauf zum Stamm, was zur Einführung einer Warteliste bei den Wölflingen führte.
   Im Januar nahmen wir erstmals wieder an der Sternsinger-Aktion in Hochneukirch teil. Zusammen mit den Messdienern wurde ein tolles Ergebnis erzielt  -  das beste im ganzen Dekanat!
   Kurz darauf, am 27. Januar, verstarb unser langjähriger Kurat und Wiederbegründer Wolfgang Esser nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren. Wir werden sein Andenken bewahren  -  ganz im Sinne des Gründers der Weltpfadfinderbewegung, Lord Robert Baden Powell of Gilwell, der in seinem Abschiedsbrief an die Pfadfinder der Welt schrieb:

   ''Verlasst die Welt etwas besser, als ihr sie vorgefunden habt!''

   Im Februar meldete sich Katrin Kiemes als eine neue Leiterin im Stamm. Sie unterstützte anfänglich die Arbeit der WölflingsleiterInnen, bevor sie zur Jungpfadfinderstufe wechselte.
   Vor dem Pfingstlager des Stammes auf dem Naturzeltplatz in Monschau-Widdau wechseln die ersten Wölflinge zu den Jungpfadfindern (Juffis). Das traumhafte Wetter bescherte uns ''zum Start'' ein ebenso traumhaftes und unvergessliches Lager: eine Seilbrücke über die Rur wurde konstruiert, ein riesiger Bannermast errichtet und im selbstgebauten Lehmofen leckeres Brot gebacken, das Pfarrer Jeandrée im Wortgottesdienst segnete...
   Im Juli 2003 nehmen nach langer Zeit wieder Wölflinge des Stammes Hochneukirch an einem Bezirks-Wölflingslager teil  -  ein Zeltlager, an dem einmal im Jahr Wölflinge aus allen 15 Stämmen des Bezirks Mönchengladbach teilnehmen. Dieses Jahr ging es mit 70 Kindern und LeiterInnen auf den Zeltplatz in Lank Latum bei Meerbusch. Unter dem Thema ''Ritter'' wurden viele Workshops und Spiele angeboten, die ganz nach dem Geschmack der Jungen und Mädchen waren: So müssen vor dem großen Kampf u.a. erst Schwert, Schild und Kopfbedeckung gebastelt werden.
   Vom 25. - 31. August veranstalteten wir unser Sommerlager  -  diesmal auf einem der Zeltplätze am Haus St. Georg in Wegberg. Da wir mit unseren Fahrrädern nach Wegberg gefahren waren, konnten wir nicht nur die nähere Umgebung erkunden, sondern unternahmen auch eine ausgedehnte Mühlen-Radtour. Ein Mitarbeiter des Naturschutzbundes entführte uns in die Welt der Fledermäuse an der Tüschenbroicher Mühle. Als Highlight dabei durften unsere Kinder aus nächster Nähe eine verletzte und sich in der Obhut des Fachmanns befindliche Fledermaus beobachten. Der aus Lagerholz eigens errichtete Lagerturm wurde zeitweise zum Kirchturm für die ''Lagerhochzeit 2003'' der beiden Juffi-Leiter umfunktioniert (und eine ''Kutsche'' gab es auch!). Die auf dem Platz befindliche Klara-und-Franziskus-Kapelle bot allen Gelegenheit nicht nur für ansprechende Morgen- und Abendrunden...
   Mit Lothar Frentzen tauchte Anfang des Sommers ein neuer Wölflingsleiter am ''Stammes-Himmel'' in Hochneukirch auf und verstärkt seitdem das Leitungsteam  -  wie schon seine beiden Söhne die Juffi-Stufe.
   Einige unserer Jungpfadfinder nahmen Anfang Oktober am dreitägigen Mega-Diözesan-Event der Juffi-Stufe, der ''Blauerei 2003'', in Aachen teil. Trotz regnerischen Wetters, das den Park am Alten Aachener Klinikum in ein Schlammfeld verwandelte, waren alle 600 TeilnehmerInnen begeistert vom gebotenen Programm und dem gegenseitigen Austausch.
   Zum neuen Kuraten des Stammes wird Hans-Peter Jeandrée auf der Stammesversammlung im Oktober gewählt. Thomas Fritsche wird in seinem Amt als Stammesvorstand bestätigt, und mit Katrin Kiemes wird der weibliche Part des Vorsitzes ausgefüllt. Eckard Cwik bleibt weiterhin unser Kassierer.
   Am dritten Adventssonntag nahmen wir erstmalig an der Friedenslicht-Aktion teil. Dabei haben wir das gesegnete Licht aus der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem in Aachen abgeholt und in unsere Gemeinde gebracht. Dort soll es Frieden bringen. Diese Aktion wollen wir in Zukunft zur Tradition werden lassen...
   Der Roverrunde brachte die erfolgreiche Weihnachtsschmuck- und Glühwein-Verkaufsaktion an den vier Sonntagen der Vorweihnachtszeit einen erfreulichen Gewinn ihre Kasse.
   Das Jubiläumsjahr 2004 begann mit dem ersten von zwei Stufenwechseln im März. Es folgten das Juffi-Stufenlager in Widdau und das Wölflings-Stufenlager über Pfingsten in Monschau  -  beide mit sehr schönen Erinnerungen für alle Teilnehmer.
   Unsere Rover und ihre beiden Leiter nahmen erfolgreich beim Mönchengladbacher Pfadfinderstamm Martin-Luther-King (MLK) am ''URKT 2004'' teil  -  dem ''Ultimativen Rover Kicker Turnier 2004''.
   Wie auch das Programm einer Juffi-Truppstunde musste auch das Bezirks-Wölflingslager in diesem Jahr leider ausfallen. Grund war die Eichenprozessionsspinner-Raupe, die den vorgesehenen Lagerplatz am Eyller See befallen hatte. Ein spontaner ''Ersatz-Abend'' mit übernachtung im Thomas-Morus-Haus ''rettete'' das Wölflings-Wochenende...
   Das Sommerlager führte uns im Jubiläumsjahr 2004 in's internationale Pfadfinderzentrum in Veere (Holland). Auf dem direkt am Meer gelegenen Zeltplatz erlebten wir 10 überwiegend sonnige Tage mit viel Spiel und Spaß und schönen Abenden am Lagerfeuer. Mit unseren mitgenommenen Fahrrädern fuhren wir in die Städte Veere und Middelburg, zum Strand nach Oostkapelle und zum Stauwerk des Veersen Meers nach ''Neeltje Jans''. Bei der Wasserolympiade und dem Geländespiel auf dem großen Platz war der Teamgeist gefragt, bevor die gemeinsame Kanutour ein paar Tage später das Ende des Sommerlagers 2004 einläutete.
   Der 18. September stand ganz im Zeichen der Wölflinge und damit in der Halstuchfarbe ihrer Stufe: orange. Auf dem Wölflingstag der Diözese Aachen trafen sich über 600 Wölflinge und Leiter zur Großveranstaltung ''Magic Orange'', einer Spielgeschichte, im Jülicher Brückenkopfpark.
   Bereits eine Woche nach unserem Jubiläum fuhren wir auf Herbstlager nach Seesen im Harz. Mit unsren zwei befreundeten VCP-Stämmen aus Grimma und Wurzen (Sachsen) erlebten wir nicht nur ktive Workshops sondern schürften auch  -  themagerecht  -  nach vergrabenem Gold. Mit diesem Schatz, den wir in unseren zuvor abgesteckten Claims fanden, konnten wir in der Bank gegen die Lagerwährung "Seesen-Taler" tauschen lassen und damit bei den Leitern Süßigkeiten kaufen  -  oder es abends beim "Black Jack" im Saloon verzocken. Die "Brocken-Expedition" wird vor allem unserem mitgefahrenen Rover in Erinnerung geblieben sein. Die jüngeren Teilnehmer begleitet sie ein Stü auf ihrer Expedition bis auf den Brocken-Gipfel  -  von dort aus machten sich Ranger und Rover zusammen mit Roland zu Fuß auf den Heimweg in's Lager. Der Tag nach der anstrengenden Wanderung war als Wellness-Tag gedacht: Mit wohltuenden Massagen, Masken... und Schlaf sollten sich die müden Glieder wieder erholen. Das Geländespiel auf und um unseren Zeltplatz herum krönte den Abschluss dieses erlebnis- und erfahrungsreichen Lagers.
   Auch wenn der in der ersten Jahreshälfte geplante zweite Stufenwechsel zu Gunsten der Kontinuität in den Gruppen und deren Arbeit ausfiel, so steuern wir wieder die Mitgliederzahl von 70 Kindern und Jugendlichen im Stamm Hochneukich an...


Hilfe für die Flut

   ''Eure Hilfe war geil  -  danke!''  -  so titelte ein Laken wenige Wochen nach der Flutkatastrophe auf einem zerstörten Haus.
   Im Sommer 2002 hatten tagelange sintflutartige Regenfälle unter anderem in Ostdeutschland für eine Jahrhundert-Flut gesorgt. Wohl jedem sind noch die Bilder vom überfluteten Dresdner Hauptbahnhof und der versunkenen Semper-Oper im Gedächtnis  -  zerstörte Häuser und Geschäfte in vielen Orten. Straßen ohne Pflaster und durch den Schlamm weggespülte Autos und Parkbänke...
   Auch an uns Pfadfindern sind die Bilder nicht spurlos vorüber gegangen. So beschlossen wir kurzerhand in der Leiterrunde, zu Schaden gekommene Jugendeinrichtungen in der sehr schwer vom Hochwasser betroffenen Stadt Grimma in Sachsen zu unterstützen  -  wir wollen helfen!
   Die Kontakte wurden per Telefon hergestellt und am Ende stand fest: Eine Kindertagesstätte, nicht weit vom Ufer der Mulde entfernt, sowie das Jugendhaus der Stadt werden unterstützt. Eine kombinierte Geld- und Sachspenden-Aktion sollte es werden...
   Innerhalb von nur zwei Nachmittagen und nach unzähligen Telefonaten stand unsere Aktion.
   Die Spedition Birkart aus Wickrath stellte uns hierzu dankenswerterweise kostenlos einen ihrer 7,5t-LKW incl. Betankung zur Verfügung. Die Bevölkerung aus Hochneukirch wurde über die örtliche Presse, von uns verteilte Flyer und Plakate von unserem Vorhaben informiert.
   In den nächsten Wochen stapelten sich in den Räumen des Thomas-Morus-Hauses viele Kartons mit Spielen, Büchern, Computer und Zubehör sowie Fahrräder. Neben diesen Sachspenden gingen auch zahlreiche Spenden auf unser Spendenkonto ein  -  und so waren wir zu Fahrtantritt in der Lage, einen Gesamtgeldwert von 500,-€ mitzunehmen.
   Am 21. September war es dann soweit: In den frühen Morgenstunden machten sich die Pfadfinderleiter Thomas Fritsche und Thorsten Gornik mit einem voll beladenen LKW auf den Weg in Richtung Grimma  -  10 Stunden LKW-Fahrt lagen vor ihnen...
   Am Ziel angekommen, sind sie geschockt vom Ausmaß der Zerstörungen: Schlammreste in den Straßen, nasse und zum Teil schwer beschädigte Häuser, aus denen jetzt das Surren eines Trocknungsgerätes klang. Ein muffiger Geruch nach feuchtem Beton lag in jeder Straße. Einige der alten Häuser mussten sogar vorsorglich abgerissen werden.
   Die mitgebrachten Sach- und Geldspenden wurden an die beiden Vertreter der jeweiligen Einrichtung übergeben, die sich im Namen der Kinder und Jugendlichen herzlich für die Unterstützung bedankten.
   Bevor wir beiden Pfadfinderleiter im Jugendheim übernachteten, ergab sich für uns die Möglichkeit, mit dem Leiter des Jugendhauses, Tobias Jahn, näher in's Gespräch zu kommen. Es stellte sich heraus, dass auch er Pfadfinderleiter ist: im örtlichen Stamm vom Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP). Wir nutzen die Gesprächsgelegenheit und sprachen auch über die Pfadfinder des VCP in Sachsen  -  und der Abend wurde etwas länger...
   Spontan wurden wir zu einer am selben Abend stattfindenden Stammesgründung in Wurzen, einem benachbarten Ort im Muldentallandkreis, eingeladen, die wir natürlich dankbar annahmen  -  eine weitere Gelegenheit, mit anderen Pfadfindern Informationen auszutauschen. Angeregte Gespräche wurden geführt und es entstand der Wunsch, einmal ein gemeinsames Zeltlager zu veranstalten...
   Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen. Mit vielen neuen  -  leider nicht immer erfreulichen  -  Eindrücken und interessanten Gesprächen im Rucksack traten wir die Heimreise nach Hochneukirch an...
   Weitere 10 Stunden später und nach über 1.200 km Fahrt endete am Abend des 22. September 2002 der Spendenkonvoi des Pfadfinderstammes Hochneukirch.